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MR. OLYMPIA 2003
25. Oktober 2003
Mandalay Bay, Las Vegas, Nevada
GEWINNER: RONNIE COLEMAN* (USA)
2) Jay Cutler* (USA)
3) Dexter Jackson* (USA)
4) Dennis James* (USA)
5) Günter Schlierkamp* (Deutschland)
6) Kevin Levrone* (USA)
7) Darrem Charles (Trinidad und Tobago)
8) Troy Alves (USA)
9) Melvin Anthony (USA)
10) Ernie Taylor (England)
11) Johnnie Jackson (USA)
12) Rodney St. Cloud (USA)
13) Art Atwood (USA)
14) Claude Groulx (Kanada)
15) Lee Priest (Australien)
16) Jonathon Davie (Australien)
* qualifiziert für den Mr. Olympia 2004  |
 Ganz oben: Der sechsfache Sieger Ronnie Coleman
Oben: Die ersten Sechs
Links: Überraschungsgast Arnold Schwarzenegger mit Joe und Ben Weider |
Die Fans hatten lange auf den Kampf der Giganten Ronnie Coleman, Jay Cutler und Günter Schlierkamp gewartet. Im Vorfeld schien es noch, dass jeder aus dieser Troika den Sieg davon tragen könnte. Aber kaum hatte der Wettkampf angefangen, war es klar, dass Ronnie mit seiner unglaublichen Kombination aus Masse und Muskulösität die übrigen Teilnehmer auf die Plätze verweisen würde.
In den Monaten vor dem Wettkampf brodelte es in der Gerüchteküche: Es hieß, Ronnie war so verärgert über seine Niederlage bei der GNC Show of Strength, dass er alles daran setzen würde, diesmal in Topform anzutreten. Als Ronnie dann bei der Vorwahl auf die Bühne kam, wandelten sich die Gerüchte in schockierte Blicke um. Seine gewaltige Oberschenkelentwicklung ließ die Quadrizeps der anderen Teilnehmer wie dünne Äste wirken. Auch sein Oberkörper war massiver und praller als im Vorjahr, als er zu viel Gewicht in den letzten Tagen vor dem Wettkampf verloren hatte und nur äußerst knapp den Sieg davontrug.
Jay Cutler wusste, dass er nur in Topform eine Chance gegen Ronnie haben würde - trotzdem ließ er die nötige Härte vermissen. Als Ronnie Coleman, Jay Cutler und Dexter Jackson für den ersten Vergleich aufgerufen wurde, war Günter Schlierkamp sichtlich bestürzt: er war nicht dabei! Ein klares Zeichen unter Insidern, dass er kaum eine Chance auf den Sieg oder einen Topplatz hatte. Bald wurde klar, dass Günter um einen der letzten Finalplätze kämpfte, was sein typisches Lächeln verdunkelte.
Dexter Jackson wies die größte Leistungssteigerung seit dem Vorjahr auf. Während der Vorwahl schien sogar der zweite Platz in Reichweite zu liegen. Seit seinem letzten Wettkampf hatte er fast fünf Kilo Muskelmasse zugelegt, ohne auch nur einen Hauch von seiner perfekten Ästhetik und Härte aufzugeben. Manche sahen sogar einen potentiellen Mr. Olympia-Kandidaten in ihm, nicht nur einen Athleten, der Aussicht auf einen Finalplatz hat.
Für Dennis James war diesmal die Chance gekommen, sein Talent unter Beweis zu stellen. Er belegte in Topform den vierten Platz hinter Jackson. Unter lauten Buhrufen nahm Günter Schlierkamp den fünften Platz entgegen. Seine Form konnte jedoch nicht an letztes Jahr anschließen, weshalb ein Eingreifen unter die ersten drei oder vier für ihn nicht möglich war.
Für Kevin Levrone, der noch wenige Monate vor dem Wettkampf aufgrund eines Trizepsriss abgesagt hatte und dann offensichtlich seine Meinung in letzter Minute änderte, war der sechste Platz eine großzügige Bewertung seiner Leistung.
Insgesamt war der Wettkampf ein voller Erfolg und übertraf alles bisher Gesehene. Die Wertungen waren im Allgemeinen fair und vertretbar und die Teilnehmer in super Form. Ein Leckerbissen für das Publikum war der Auftritt von Arnold Schwarzenegger, dem künftigen Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien und siebenfachen Mr. Olympia, und seinem Freund Franco Columbo. Beindruckend war auch der Gastauftritt des Engländers Simon Robinson, der in einem fast tödlichen Autounfall vor sechs Jahren sein rechtes Bein verloren hatte.
Aber wenn sich so viel Positives ereignet, gibt es auch ein paar negative Nachrichten. Nur zwei Tage vor dem Wettkampf sagte Chris Cormier seine Teilnahme ab. Bedauerlich war auch der Auftritt von Lee Priest, dessen Form ihm einen gerechtfertigten vorletzten Platz einbrachte.
Ronnie Coleman liegt nun gleichauf mit Dorian Yates - beide haben den Titel sechsmal gewonnen. Schwarzenegger hat mit sieben Siegen noch einen dünnen Vorsprung, Lee Haney ist mit acht Siegen die klare Nummer eins. Aber wer nun dachte, dass der 39-jährige Ronnie dem Wettkampfsport den Rücken zukehren wird, wurde durch seine Siegesansprache eines Bessren belehrt: Für Ronnie geht es so lange weiter, bis Gott ihm eine neue Aufgabe gibt.
Nachdem er diesmal die Konkurrenz eindeutig hinter sich ließ, scheint es nicht unvorstellbar, dass er sogar Lee Haneys Rekord einzustellen vermag. Ob die anderen Teilnehmer sich ihm bei künftigen Wettkämpfen in den Weg stellen können, hängt wohl auch davon ab, wie gut sie diese harsche Niederlage verdauen können.
Ronnie wird nie aufgrund seiner Ästhetik den Mr. Olympia gewinnen, aber in Bezug auf Masse setzte er diesmal einen neuen Standard.
In seiner Siegesansprache fasste er es in prägnanter Form zusammen: "Es ist mir egal, ob ihr mich ausbuht, aber kommt weiterhin zu diesem Wettkampf."
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