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DER REBOUND-EFFEKT
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Der REBOUND-EFFEKT
VON CHRIS ACETO
Mit dieser Strategie zur Maximierung Ihrer Muskelzuwächse direkt nach einer
Diät können Sie Ihre Masse in nur sechs Wochen um bis zu fünf
Kilo steigern
Falls Sie jemals vor einem Bodybuilding-Wettkampf auf Diät gegangen sind – oder
einfach längere Zeit gefastet haben, um Ihr Körperfett zu reduzieren
-, wissen Sie, worauf Sie danach unbändige Lust haben. Ganz recht: Sie wollen
all die sündhaften Sachen essen, die Sie sich in den letzten Monaten versagt
haben.
Zugegeben ist das eine Methode, nach einer strengen Diät zu reagieren, allerdings
eine, die sich aufgrund deutlicher Körperfettzuwächse gern zum Desaster
auswächst. Eine viel bessere Strategie ist es, diesen Zeitpunkt für
satte Muskelzuwächse zu nutzen, indem Sie aus dem so genannten Rebound-Effekt
des Körpers Kapital schlagen.
Die besten Zuwächse im ganzen Jahr passieren oft in den ersten Wochen nach
einer Definitionsphase, was diesen Zeitabschnitt ideal für ein Wachstum
macht. So ideal, dass Sie ohne größere Probleme in nur sechs kurzen
Wochen drei, vier oder gar fünf Kilo Muskelmasse aufbauen können. Hier
sieben Schritte, mit denen Sie die Übergangsphase nach einer Diät in
eine sechswöchige Wachstumsphase verwandeln.
1 | Die Überkompensationsmechanismen des Körpers verstehen
lernen. Die Glückspilze unter den Bodybuildern haben einen Super-Stoffwechsel,
der
es ihnen erlaubt, während der Diät vor einem Wettkampf trocken und
definiert zu werden und gleichzeitig ihre wertvolle Muskelmasse zu bewahren.
Sich auf einen Wettkampf vorzubereiten, ist für viele ein Kunststück
im Hungern. Manche Bodybuilder müssen Fett, Kohlenhydrate und Gesamtkalorien
massivst zurückschrauben und dabei zur Anregung der Fettverbrennung ihr
Cardiopensum erhöhen. Tatsache ist: Jede Diät bedeutet eine hohe Belastung
für den Körper und versetzt ihn oft in einen chronischen katabolen
Zustand, wo er Muskelmasse abbaut bzw. im günstigsten Fall kämpfen
muss, um seine vorhandene Masse zu bewahren. Der Vorteil: Sobald der potenziell
katabole Zustand vorüber ist, findet eine Überkompensation statt. Der
Körper schaltet in den Vorwärtsgang, sprich: in einen äußerst
anabolen Zustand.
2 | Die Zufuhr von Kohlenhydraten und hochwertigen Fetten steigern. Einschränkungen
sind das Kennzeichen jeder Diät. Weniger Kohlenhydrate und weniger Fett
bedeuten weniger Energie. Das kann Muskelverluste auslösen, aber auch ein
anaboles Signal setzen, das die Weichen für ein bemerkenswertes Wachstum
nach Ende der Diät stellt – sofern Ihr Ernährungsprogramm dann
genügend Kohlenhydrate und Fette aufweist. Nach der Diätphase kann
der Körper es gar nicht abwarten, in eine neue Wachstumsrunde einzutreten,
solange Sie ihn mit diesen Nährstoffen in den richtigen Mengen beliefern.
Darüber hinaus stoßen Hormone und Enzyme die Wachstumsspirale an.
Diäten verringern die Testosteronproduktion, die sich nach Ende der Diät
schnell wieder einpendelt. Eine angeregte Testosteronproduktion in Kombination
mit einer höheren Nahrungszufuhr resultiert in schnellen und substanziellen
Massezuwächsen.
Hinzu kommt, dass die Muskelreserven gespeicherter Kohlenhydrate (Glykogen) während
einer Diät zurückgehen, die für das Anlegen von Glykogenreserven
zuständigen Enzyme aber Überstunden machen. Sobald Sie Ihre Diät
beenden und wieder höhere Mengen hochwertiger Nahrungsmittel zuführen,
schwellen die Muskelglykogenreserven an, wovon Ihr Wachstum direkt profitiert.
3 | 150 Gramm Kohlenhydrate am Tag zusätzlich zuführen. Keine zwei
Personen haben denselben Stoffwechsel. Das ist ein Grund, warum Wettkampf-Bodybuilder
ihren Diäten unterschiedlichen Kohlenhydratmengen zugrunde legen. Manche
ernähren sich extrem kohlenhydratarm, anderen achten auf eine moderate Kohlenhydratzufuhr.
In keinem der beiden Fälle darf man nach dem Wettkampf ungestraft riesige
Mengen Kohlenhydrate verdrücken und erwarten, Muskelmasse, aber kein Körperfett
aufzubauen. Seien Sie wählerisch und benutzen Sie Ihren Verstand.
Die Bodybuilder, die ich betreute, erzielten die besten Resultate, wenn Sie 150
Gramm (g) Kohlenhydrate am Tag ergänzten. Wenn Ihre Diät 170 g Kohlenhydrate
am Tag vorsah, können Sie davon ausgehen, Ihre Muskelmasse, aber nicht Ihr
Körperfett zu steigern, indem Sie in den ersten drei Tagen nach Ende der
Diät 320 g Kohlenhydrate am Tag verzehren. Wenn Sie in der Diät 300
g täglich verzehrt haben, erhöhen Sie auf 450 g am Tag.
Die besten Quellen sind langsam verbrennende Kohlenhydrate wie Haferflocken,
Vollkornbrot, brauner Reis und Süßkartoffeln zu den Mahlzeiten sowie
einfache Kohlenhydrate oder Zucker vor und nach dem Training.
4 | Kohlenhydratzufuhr vier Wochen nach einer Diätphase anpassen. Der Körper
ist eine interessante Maschine. Wenn Sie nach einer Diät wieder normal zu
essen anfangen, beschleunigt sich Ihr Stoffwechsel. Dieser Beschleunigung sollten
Sie gerecht werden, indem Sie Ihre Kohlenhydratzufuhr weiter steigern. Wenn Sie
in der vierten Woche nach einer Diät keine zusätzlichen Kohlenhydrate
ergänzen, besteht die Gefahr, dass Sie weitere Muskelzuwächse vereiteln,
einfach weil Sie Ihrem Körper nicht genügend Energie für den schnelleren
Stoffwechsel zuführen. Deshalb sollten Sie in der vierten bis sechsten Woche
nach einer Diät Ihre tägliche Kohlenhydratzufuhr um 100-125 g steigern.
Wenn Sie am Ende der dritten Woche 320 g am Tag verzehrten, erhöhen Sie
auf 420-455 g am Tag; wenn Sie 450 g konsumierten, erhöhen Sie auf 550-575
g.
5 | Diätetische Fette in ausreichender Menge konsumieren. Ich bin auf jeden
Fall der Meinung, dass eine extrem fettarme Diät eine ausgezeichnete und
bewährte Methode bleibt, um definiert zu einem Wettkampf anzutreten oder
sich für den Sommerurlaub in Form zu bringen. Extrem fettarme Diäten
eliminieren jenen Makronährstoff, der einem Abbau von Körperfett am
meisten im Wege steht – diätetisches Fett - und erlaubt Ihnen, in
einer Definitionsphase Ihre Kohlenhydratzufuhr etwas höher zu halten. Der
große Nachteil ist, dass extrem fettarme Diäten die Produktion von
Testosteron, Wachstumshormon (GH) und insulinähnlichem Wachstumsfaktor (IGF-1)
senken können.
Dreimal dürfen Sie raten: Sobald Sie in den ersten Wochen nach einer Diät
wieder anfangen, die richtigen Fette zuzuführen, steigt Ihre Testosteron-,
GH- und IGF-1-Produktion wieder an. Wie in Schritt 2 erläutert, trägt
ein höheres Testosteronaufkommen zum Aufbau von mehr Qualitätsmasse
bei.
Erhöhen Sie Ihre diätetische Fettzufuhr in den ersten drei Wochen um
40-50 g am Tag; in der vierten bis sechsten Woche legen Sie noch mal 10-15 g
täglich nach. Ideal sind gesättigte Fette, die in magerem Fleisch und
in Milchprodukten (Vollfettstufe) stecken; Omega-Fette aus Lachs und Fischöl-Supplementen,
sowie einfach ungesättigte Fettsäuren, die durch Avocados, Oliven,
Nüsse und Olivenöl bereitgestellt werden.
6 | Die Proteinzufuhr nicht übertreiben. Wer Muskeln aufbauen will, muss
tüchtig Protein zuführen, nicht wahr? Nun, in den ersten Wochen nach
einer Diät stimmt dieser Satz nicht unbedingt. Den Körper zu einer Überkompensation
und einem Wachstum zu bewegen, ist jetzt eine Frage der erhöhten Energiezufuhr.
Diese stellen Sie sicher, indem Sie mehr Kohlenhydrate und mehr Fette konsumieren,
und natürlich verzichten Sie in dieser Zeit auch auf das Cardiotraining.
Wie viel Protein brauchen Sie jetzt wirklich?
In den ersten sechs Wochen nach Diät oder Wettkampf sind 2,2 g Protein pro
Kilogramm Körpergewicht mehr als genug, und ein bisschen weniger ist auch
noch okay. Warum? Effizienz ist das Stichwort. Wenn Sie mehr Kohlenhydrate und
Fette konsumieren und dadurch Ihre Gesamtkalorien steigern, verringern Sie den
Bedarf nach einer höheren Proteinzufuhr. Das zusätzliche Brennmaterial
aus Kohlenhydraten und Fetten macht den Körper extrem effizient, wenn es
darum geht, das Protein in die Muskeln zu schleusen. Eine höhere Kohlenhydrat-
und Fettzufuhr senkt außerdem den Bedarf nach zusätzlichem Protein,
das in der Diätphase normalerweise konsumiert wird. Ein höheres Testosteron-
und GH-Aufkommen unterstützt ferner die Fähigkeit des Körpers
zur optimalen Aufnahme und Verwertung von Protein – ein weiterer Grund,
warum der Proteinbedarf nach einer Diät weniger hoch ist als viele glauben.
7 | Stellen Sie Ihr Training um. Natürlich beeinflusst auch die Art und
Weise, wie Sie trainieren, Ihr Muskelwachstum. In einer Diätphase sind Volumen
und Intensität meist hoch, und es findet ein Cardiotraining statt. Nach
Ende der Kalorienbeschränkung sollten Sie Ihr Training unbedingt umstellen.
Am besten ist es, Sie gehen ein oder zwei Wochen gar nicht ins Studio, damit
sich Ihr Körper erholen kann. Danach steigen Sie mit wenigen Wiederholungen
und schweren Gewichten wieder neu ein. Das hilft, neue Muskel- und Kraftzuwächse
anzuschieben.
Viele Bodybuilder verplempern die kostbare Phase nach einem Wettkampf oder einer
Diät, so heilfroh sind sie, wieder normal essen zu können. Leider verlieren
sie oft jedes Maß, stopfen sich mit allem voll, wonach ihnen gerade der
Sinn steht. Eine viel bessere Strategie ist es, diese sechs Wochen als ideale
Zeit für ein Wachstum zu betrachten. Indem Sie Ihre Zufuhr von hochwertigen
Kohlenhydraten und Fetten erhöhen, schöpfen Sie dieses kleine anabole
Fenster optimal aus – als einmalige Chance für bemerkenswerte Zuwächse.
FLEX
Trainings- und Ernährungsratgeber (u.a. „Champion Bodybuilding” und „Everything
You Need to Know about Fat Loss”) von Chris Aceto können unter www.nutramedia.com
bestellt werden.
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DIE HARDCORE-BODYBUILDING ZEITSCHRIFT NR. 1
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