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CREATINE: DIE NEUEN REGELN
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CREATIN: DIE NEUEN REGELN
VON JIM STOPPANI
Fortschritte in der Creatin-Technologie haben ein noch besseres Bodybuilding-Supplement
hervorgebracht
Obwohl manche Athleten schon in den 70er Jahren mit der Zufuhr anfingen, wurde
Creatin erst in den 90er Jahren ein Begriff, als es der Öffentlichkeit endlich
als Ergänzung zur Verfügung stand. Schnell verehrten Bodybuilder das „andere
weiße Pulver“ als ein Geschenk der Götter. In Windeseile sprach
sich herum, dass es Kraftzunahmen beschleunigen und über sieben Kilo mehr
Körpergewicht bringen konnte. Es funktionierte ausgezeichnet – und
die Bodybuilding-Welt ahnte das sofort. Die Wissenschaftler auf der anderen Seite
waren nicht so leicht zu überzeugen. Um an die versprochenen Nutzen von
Creatin zu glauben, brauchten sie hieb- und stichfeste wissenschaftliche Daten.
Zehn Jahre später gibt es eine Flut solcher Daten – buchstäbliche
Hunderte von Studien -, die Creatin als effektiv und sicher zeigen. Daten, die
widerlegen, dass Creatin Muskelkrämpfe und –risse begünstigt.
Ja, sogar Daten, die beweisen, dass es eine Reihe von Krankheiten effektiv bekämpfen,
freie Radikale abtöten, die Gehirnfunktion verbessern, den Alterungsprozess
verlangsamen und Hautkrebs verhüten hilft. Endlich akzeptieren auch Wissenschaftler,
was Bodybuilder seit langem über Creatin wissen – es funktioniert!
CREATINMONOHYDRAT | Die meisten Creatinstudien wurden mit Creatinmonohydrat durchgeführt – der
einfachsten Creatin-Ergänzung, die es gibt. Es besteht kein Zweifel, dass
Creatinmonohydrat effektiv ist. Manche sagen, es sei das einzige Creatin, das
für Kraft- und Massezuwächse benötigt wird.
Warum drängen dann so viele neue Creatinformen auf den Markt? Hauptsächlich,
weil Menschen innovative Wesen sind und gut niemals gut genug zu sein scheint.
Die Folge ist, dass selbst eine gute – oder korrekter gesagt: eine großartige
- Ergänzung wie Creatinmonohydrat noch verbessert werden kann.
Wenn Creatinmonohydrat so großartig ist, wie kann es noch besser gemacht
werden? So gut Creatin auch ist, ist es dennoch nicht perfekt. Absorption und
Aufnahme in die Muskeln können Probleme bereiten. Die Absorption findet
im Magen-Darm-Trakt statt und ist die erste Barriere, die Creatin auf dem Weg
in die Muskelzellen überwinden muss.
Bei manchen Personen verweilt Creatinmonohydrat im Magen-Darm-Trakt, ohne vollständig
und korrekt absorbiert zu werden. Tritt diese Situation ein, zieht es Wasser
in die Gedärme. Zu viel Wasser im Magen-Darm-Trakt ist problematisch, da
häufige Ursache von Durchfall.
In der ersten Zeit nach Markteinführung berichteten viele Creatinverwender
von starkem Durchfall. In den 90er Jahren war der Großteil des auf dem
Markt erhältlichen Creatinmonohydrats nicht pulverisiert. Zu sehr feinem
Pulver verarbeitetes Creatin wird in der Regel besser absorbiert und löst
keinen Durchfall aus. Allerdings gibt es manche Bodybuilder, die auch von pulverisiertem
Creatinmonohydrat Durchfall bekommen.
Die zweite Barriere – die Aufnahme in die Muskelzellen – hängt
mit der Tatsache zusammen, dass Creatinmonohydrat, um in die Muskelzellen aufgenommen
zu werden, die Hilfe von Insulin benötigt. Deshalb empfehlen wir, Creatin
zusammen mit einfachen Kohlenhydraten zu konsumieren. Der Zucker aktiviert die
Freisetzung von Insulin und öffnet Schleusen, durch die das Creatin in das
Muskelgewebe eindringen kann.
Dieser Mechanismus erfordert viel Insulin und somit viel Glukose, um alles Creatin
in die Muskeln zu schleusen – cirka 20 Gramm (g) Zucker für jedes
Gramm Creatin. Wenn Sie je 3-5 g Creatinmonohydrat vor und nach dem Training
nehmen, sollten Sie gleichzeitig 60-100 g einfache Kohlenhydrate zuführen.
Das entspricht in der Summe 120-200 g oder 480-800 Kalorien.
In den ersten fünf Tagen der Creatinergänzung benötigen Sie eine
geballte Dosis – rund 20 g Creatin am Tag. Das würde bedeuten, dass
Sie parallel dazu jeden Tag 400 g einfache Kohlenhydrate bzw. 1600 zusätzliche
Kalorien nur in Form von Zucker konsumieren! Klarer Fall: Wenn Sie versuchen,
schlank und definiert zu werden, laufen all diese einfachen Kohlenhydrate Ihrem
Ziel krass zuwider.
Eine weitere Komplikation im Zusammenhang mit der Aufnahmeproblematik ist der „Bläheffekt“ des
Creatins. Weil Creatinmonohydrat Insulin braucht, um in die Muskelzellen einzudringen,
hat das Fehlen von genügend Insulin zu dem Zeitpunkt, wenn das Creatin versucht,
in die Muskelzellen zu gelangen, zur Folge, dass letzteres außerhalb der
Muskelzelle verharrt. Das Wasser, das es den Muskelzellen und Blutgefäßen
daraufhin entzieht, bedingt, dass der Körper aufgebläht oder aufgedunsen
wirkt, Ihre hart erarbeiteten Muskeln unsichtbar bleiben.
NEUE CREATINFORMEN | Bodybuilder mit Creatin-empfindlichem Magen oder solche,
die keine Lust auf zu viele einfache Kohlenhydrate haben, wird die Nachricht
freuen, dass es neue Alternativen gibt. Die neuen Creatinformen werden besser
in den Magen-Darm-Trakt absorbiert und in die Muskelzellen aufgenommen, mit dem
Resultat, dass Sie weniger Creatin und weniger einfache Kohlenhydrate benötigen,
um bessere Erfolge zu erzielen. Hier eine Übersicht über die neuen
Creatinzusammensetzungen:
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Creatinäthylester | In der vollen Bezeichnung heißt diese Form Creatinäthylesterhy-drochlorid,
wird aber in der Regel kurz Creatinester genannt bzw. mit den Buchstaben CEE
abgekürzt. CEE bedeutet, dass den Creatinmolekülen ein Alkohol- und
ein Säuremolekül hinzugefügt wurden.
Diese Idee stammte ursprünglich von medizinischen Forschern der University
of Nebraska. Durch die Ergänzung der Estergruppe erhöht sich die Fähigkeit
eines Creatinmoleküls, bestimmte Zellmembranen zu passieren, zum Beispiel
im Magen-Darm-Trakt (daher die verbesserte Absorption), in den Muskelzellen und
in den Nervenzellen. Absicht der Forscher aus Nebraska war es, die Absorption
und Aufnahme von Creatin zu verbessern und damit seine Nutzen für Patienten
zu erhöhen, die aufgrund einer Krebserkrankung stark an Körpergewicht
verloren hatten.
Inzwischen wurde das Verfahren von der Supplementindustrie übernommen, um
die Absorption und Muskelaufnahme ihrer Creatinprodukte zu verbessern. Weil CEE
direkt in die Muskelzellen absorbiert wird, ist es nicht auf Insulin angewiesen
und verweilt nicht außerhalb der Muskelzellen, was einen Bläheffekt
zur Folge haben könnte.
Es handelt sich somit um eine hervorragende Alternative für Bodybuilder,
die von Creatinmonohydrat Magenprobleme bekommen, nicht haufenweise einfache
Kohlenhydrate zuführen wollen und zu Creatin-induzierter Aufgedunsenheit
neigen. Schon jeweils 1-2 g CEE vor und nach dem Training reichen; eine Phase
geballter Zufuhr in den ersten Tagen erübrigt sich.
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Kre-Alkalyn | Bei Kre-Alkalyn handelt es sich um ein „gepuffertes Creatin“,
was bedeutet, es wurde zu einem höheren pH-Wert verarbeitet als normales
Creatin. Je höher der pH-Wert, umso weniger säurehaltig ist das Umfeld.
Das Puffern von Creatin verhindert dessen Abbau in das nutzlose Nebenprodukt
Creatinin. In einem stark säurehaltigen Umfeld erfolgt der Abbau von Creatin
zu Creatinin bedeutend schneller.
Diesen Abbau zu Creatinin hofft man aufhalten zu können, indem der pH-Wert
des Produkts bei dessen Herstellung manipuliert wird. Eine verlangsamte oder
blockierte Umwandlung von Creatin in Creatinin erlaubt es dem Körper, mehr
Creatin zu absorbieren, worauf die Dosierung entsprechend verringert werden kann.
Zwar liegen bisher noch keine klinischen Versuche mit Kre-Alkalyn vor, doch Erfahrungsberichte
wecken Hoffnung, dass es ähnliche Nutzen wie normales Creatin entfaltet,
jedoch ohne Magenprobleme oder Bläheffekt. Empfohlen werden 1 1/2 -3 g vor
und nach dem Training. Wie bei CEE ist auch bei Kre-Alkalyn keine geballte Zufuhr
notwendig.
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Creatinmethylester Diese Creatinform wird auch als methyliertes Creatin bezeichnet
und ist CEE in mancher Hinsicht verwandt. Der Hauptunterschied zwischen beiden
betrifft das hinzugefügte Molekül. Creatinmethylester wurde eine Methylgruppe
(ein Kohlenstoffatom mit drei Wasserstoffatomen) hinzugefügt. Diese einfache
organische Verbindung schützt das Creatin vor einem Abbau, während
es verdaut und verstoffwechselt wird, wodurch sich seine Aufnahme verbessert.
Ergänzungen, die mit Methylgruppen angereichert wurden, sind ins Kreuzfeuer
der Kritik geraten. Durch den Prozess der Methylierung genießen verschiedenste,
auch giftige, Substanzen die Möglichkeit, den Verdauungstrakt intakt zu
passieren und von der Leber verstoffwechselt zu werden.
Obwohl der Körper methylierte Substanzen besser absorbiert, besteht die
Gefahr einer toxischen Wirkung auf die Leber bzw. einer Leberschädigung.
Noch ist ungewiss, wie methylierte Ergänzungen genau auf die Leber wirken,
aber einige Experten befürchten, bei Personen, die bereits Leberprobleme
haben, könnte dieses wichtige Organ noch mehr in Mitleidenschaft gezogen
werden. Personen, deren Leber gesund ist, dürften bei der Dosis, die nötig
ist, damit methyliertes Creatin Nutzen entfalt, keinerlei Risiko eingehen. Im
Vergleich zu Creatinmonohydrat reicht bei methylierten Creatinprodukten eine
geringere Dosis – nur 1-2 g vor und nach dem Training.
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MEHR AUSWAHL | Creatinmonohydrat hat sich als unglaublich nützliches Bodybuilding-Supplement
bewährt, erst recht nachdem die Probleme mit früheren Formen aus der
Welt geschafft wurden. Jetzt ermöglichen moderne Forschung und Creatin-Technologie
die Entwicklung noch verträglicherer und leistungsstärkerer Creatinformen.
Wenn Sie zufrieden sind mit den Resultaten, die Sie mit Creatinmonohydrat erzeugt
haben, machen Sie die Probe aufs Exempel, um Ihren bisherigen Creatin-Erfolgen
mit etwas Glück noch eins draufzusetzen! FLEX
Dieser Artikel dient nur Informationszwecken und soll kommerziell vertriebene
Produkte, die oben genannte Ergänzungen enthalten, nicht bewerben oder auf
andere Weise fördern. Er wird auf internationaler Basis vertrieben. Im Rahmen
gesetzlicher Bestimmung übernimmt Weider Publishing Ltd. keine Haftung für
die Wirkung der genannten Ergänzungen oder Produkte, legal oder illegal,
oder für Verlust, Verletzungen oder Schäden, die durch ihre Anwendung
verursacht werden. Es liegt in der Verantwortung jeder Person, sich an die Gesetze
und erlaubten Dosierungen in dem Land ihres Wohnsitzes zu halten. Konsultieren
Sie immer einen Arzt, bevor Sie mit einer Ergänzung beginnen oder die Dosierung
verändern. Einige Ergänzungen wirken außerhalb spezifischer Dosierungsbereiche
nicht effektiv und können Schaden bewirken, wenn Sie im Übermaß genommen
werden. Nicht alle Ergänzungen, Kombinationen oder Dosierungsbereiche sind
für jedermann geeignet, sicher oder effektiv
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