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DAS KOHLENHYDRAT-KOMPLOTT
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DAS KOHLENHYDRAT-KOMPLOTT
VON CHRIS ACETO
Zu viele Kohlenhydrate machen dick, zu wenige hemmen das Muskelwachstum.
Lernen
Sie, die Fähigkeit Ihres Körpers zur Einlagerung von Kohlenhydraten
richtig zu nutzen!
Kohlenhydrate haben einen echt miesen Ruf - als hauptschuldig an der Übergewichtsepidemie
verurteilt, wurden sie von den Medien und von Diät-Päpsten gleichermaßen
an den Pranger gestellt und von kohlenhydratarmen Produkten, die die Supermarktregale
zu erobern begannen, geradezu überrannt.
Auch in Bodybuilder-Kreisen spielen Kohlenhydrate oft die Rolle des ungeliebten
Protein-Stiefbruders. Obwohl unser unerschütterlicher Glaube an die Kraft
des Proteins so schnell nicht nachlassen wird, müssen wir eins zugeben:
Auf die Art und Weise, wie der Körper auf das Gewichtstraining reagiert,
nehmen Kohlenhydrate beinahe so viel Einfluss wie Protein.
Blödsinn, sagen Sie? Lesen Sie weiter, um zu verstehen, was wir meinen.
EIN PAAR FAKTEN | Es stimmt, dass Protein die wichtigsten Bausteine für
ein Muskelwachstum liefert, aber auch Kohlenhydrate unterstützen die Wachstumsprozesse
des Körpers sowohl in Masseaufbau- als auch in Fettabbauphasen ganz wesentlich.
Eine unzureichende Kohlenhydratzufuhr während einer strengen Diät kann
in einem Verlust von Magermasse resultieren. In Masseaufbauphasen helfen Kohlenhydrate,
den Cortisolspiegel zu senken, Testosteronproduktion und Insulinaufkommen zu
steigern sowie Protein und andere Nährstoffe in die Muskeln zu schleusen.
Wie erfolgreich Sie Masse aufbauen oder Körperfett verbrennen, hängt
letztlich von Ihrem Glykogenstatus ab. Als Glykogen bezeichnet man eingelagerte
oder nicht verwendete Kohlenhydrate in Ihren Muskeln. Wenn Sie mit einer Mahlzeit
mehr Kohlenhydrate aufnehmen als Ihr Körper benötigt, wird ein Teil
des Überschusses in die Leber und in die Muskeln geleitet, wo sie bis zur
späteren Verwendung aufbewahrt werden. Verzehren Sie auf der anderen Seite
weniger Kohlenhydrate als Ihr Körper unmittelbar benötigt, sinkt Ihr
Glykogenaufkommen, weil die eingelagerten Vorräte zu Energie verbrannt werden.
Fazit: Es ist wichtig, ausreichende Glykogenreserven zu gewährleisten. Je
besser Sie diesen Balanceakt meistern, umso effektiver erreichen Sie Ihre Fitnessziele.
Sechs Fakten zum Thema Glykogen-Management, die Sie Ihrem Ziel eines granitharten
Körpers näher bringen werden:
FAKT # 1 | Je mehr Wasser Sie in Ihre Muskeln bringen, umso wahrscheinlicher
wird deren Wachstum. So wichtig wie ein hoher Wasserkonsum zur Vermeidung von
Dehydrierung ist, so wichtig ist auch der Verzehr zahlreicher Kohlenhydrate im
Streben nach mehr Muskelmasse. Kohlenhydrate verbinden sich mit Wasser, wenn
sie Muskelglykogen bilden; eine Erhöhung der Glykogenvorräte in Ihren
Muskeln zieht mehr Wasser in die Muskelzellen und hilft, die Wachstumsreaktion
auf das Gewichtstraining zu steigern. Dieser Effekt, so glaubt man, hängt
damit zusammen, dass die Muskelzellwände durch die erhöhte Wassermenge
im Innern der Zellen gedehnt werden.
FAKT # 2 | Glykogenvorräte variieren von Bodybuilder zu Bodybuilder Im Allgemeinen
gilt: Je schwerer der Bodybuilder, umso mehr Kohlenhydrate kann er vertragen.
Bei schwereren – mehr Muskelmasse besitzenden – Bodybuildern ist
die Fähigkeit zur Einlagerung von Kohlenhydraten in der Regel besser ausgebildet
als bei ihren weniger massiven Kollegen. Dafür sind schlanke Personen meist
besser in der Lage, Kohlenhydrate in Muskelglykogen zu verwandeln, während
schwerere Personen dazu neigen, einen größeren Anteil der zugeführten
Kohlenhydrate als Körperfett einzulagern.
Die Botschaft zum Merken: Schwerere oder schlankere Bodybuilder benötigen
mehr Kohlenhydrate und haben größere Speicher zur Glykogeneinlagerung.
Schlanke Bodybuilder, die nach mehr Muskelmasse streben, sollten daher oftmals
eine kohlenhydratreiche Ernährung bevorzugen. Wenn Sie dünn sind oder
es Ihnen leicht fällt, schlank zu bleiben, kann es sein, dass Ihre ausgeprägte
Fettverbrennungskapazität es schwierig macht, Ihre Glykogenspeicher gefüllt
zu halten.
Ein durchschnittlicher Bodybuilder braucht ca. 4,4 Gramm (g) Kohlenhydrate pro
Kilogramm Körpergewicht am Tag, um seine Masse zu erhalten. Hardgainer oder
sehr muskulöse Bodybuilder, die häufig mehr als 4,4 g Kohlenhydrate
pro kg Körpergewicht zum Erhalt von Körpergewicht und Muskelmasse benötigen,
sollten täglich 6,6 bis 8,8 g Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht anpeilen.
FAKT # 3 | Glykogen – der Treibstoff für Ihre Trainingseinheiten.In Ihren Trainingseinheiten verbrennen Sie zum größten Teil die am
Vortag und am Tag davor verzehrten Kohlenhydrate
und nicht unbedingt die Kohlenhydrate, die Sie unmittelbar vor dem Workout oder
früher am Tag gegessen haben. Der Grund: Gewichtstraining verwendet Muskelglykogen
(gespeicherte Kohlenhydrate) als primäre Energiequelle. Solange Sie sich
grundsätzlich kohlenhydratreich ernähren und über angemessene
Glykogenvorräte verfügen, dürften Sie in der Lage sein, im Rahmen
einer kohlenhydratreduzierten Diät härter und länger zu trainieren.
FAKT # 4 | Auf das richtige Timing kommt es an. Es gibt zwei Zeitpunkte am Tag,
zu denen der Körper es besonders gut beherrscht, Kohlenhydrate zur Herstellung
von frischem Glykogen in die Muskeln zu leiten: frühmorgens und nach dem
Training.
Zum Frühstück sollten Sie hohe Mengen Kohlenhydrate verzehren, weil
die Glykogenreserven während der nächtlichen Fastenperiode abnehmen.
Wichtiger noch: Die Menge im Blut zirkulierender Kohlenhydrate – sprich:
der Blutzuckerspiegel – ist ebenfalls nach unten gesackt. Angesichts seiner
reduzierten Kohlenhydratvorräte ist der Körper besser in der Lage,
die verzehrten Kohlenhydrate in den Muskelzellen einzulagern und seine Glykogenvorräte
somit zu erhöhen.
Auch nach dem Training erreicht die Fähigkeit des Körpers zur Glykogeneinlagerung
einen Höhepunkt. Wie gesagt: Kohlenhydrate bilden den Haupttreibstoff für
das Training, womit nach dem Workout Muskelglykogenvorräte und Blutzuckerkonzentration
niedriger sind. Wer jetzt hohe Kohlenhydratmengen zuführt, füllt seine
Glykogenvorräte rechtzeitig wieder auf und hält sein Wachstum in der
Spur.
FAKT # 5 | Ihre Fettverbrennung profitiert von einem klugen Glykogen-Management.Zwar sind ausreichende Glykogenvorräte gut für einen Masseaufbau, doch
gleichzeitig steigt die Gefahr eines Körperfettaufbaus, wenn der Körper
zu viel Glykogen einlagert – für Bodybuilder ein höchst unwünschenswerter
Begleiteffekt. Andererseits schaltet der Körper seine Fettverbrennung in
einen höheren Gang, wenn die Glykogenvorräte abzunehmen beginnen. Wer
seine Definition verbessern möchte, muss daher Glykogen zu Energie verbrennen,
und das bedeutet den Verzehr von weniger Kohlenhydraten.
Der Haken dabei ist, dass der Körper, wenn er mehr Fett verbrennt, gleichzeitig
versucht, Muskelmasse zu verbrennen. Um Ihre Muskeln zu schützen, konsumieren
Sie zusätzlich 40-80 g Protein am Tag, die Ihr Körper statt Muskelmasse
verbrennen kann. Nehmen Sie außerdem vor und nach dem Training je 10 g
verzweigtkettige Aminosäuren. Durch die Ergänzung von BCAAs wird der
Körper animiert, weniger Muskeln und mehr Körperfett zu verbrennen – auch
bei niedrigen Glykogenreserven.
FAKT # 6 | Setzen Sie auf eine variierte Kohlenhydratzufuhr. Kohlenhydrate und
Glykogen stellen Bodybuilder vor eine Zwickmühle in ihrer Ernährung.
Es gilt der Grundsatz: Je mehr Glykogen, umso besser, aber wenn die Glykogenspeicher
zu voll werden – siehe Fakt # 5 -, wird der Körper umso effizienter
bei der Herstellung von Körperfett.
Die Lösung besteht in einer variierten Kohlenhydratzufuhr, damit Ihr Körper
nicht über längere Zeit hinweg jeden Tag dieselbe Kohlenhydratmenge
bekommt. Versuchen Sie, in einer Masseaufbauphase zwei Wochen hintereinander
4,4 bis 6,6 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht zu verzehren. Danach
reduzieren Sie Ihre Kohlenhydratzufuhr für eine ganze Woche auf 2,2 bis
3,3 g, bevor Sie wieder auf 4,4 bis 6,6 g steigern. Mithilfe dieser Strategie
können Sie Ihren Körper verleiten, seine Fähigkeit zur Glykogeneinlagerung
zu verbessern.
ZUSAMMENFASSUNG | Die Kohlenhydratzufuhr richtig zu dosieren und ein kluges Glykogen-Management
gehören zu den kompliziertesten und dabei wichtigsten Anforderungen jeder
Bodybuilding-Diät. Kohlenhydrate sind wichtig für den Aufbau von Muskelmasse,
indem sie für gut gefüllte Muskelgykogenspeicher als Energiereserve
sorgen. Wenn Sie zu viele Kohlenhydrate konsumieren, riskieren Sie ein Wachstum
an den falschen Stellen. Konsumieren Sie zu wenige, beeinträchtigen Sie
die Effektivität Ihres Trainings und hemmen Ihre Muskelwachstumsreaktion.
Der Schlüssel zu optimalem Muskelwachstum ohne Körperfettzunahmen besteht
darin, den Balanceakt zwischen Kohlenhydratzufuhr und Glykogeneinlagerung zu
meistern. Nutzen Sie dazu die in diesem Artikel gelieferten Informationen! FLEX
Trainings- und Ernährungsratgeber (u.a. „Champion Bodybuilding und „Everything
You Need to Know about Fat Loss”) von Chris Aceto können unter www.nutramedia.com
bestellt werden.
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DIE HARDCORE-BODYBUILDING ZEITSCHRIFT NR. 1
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