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DEUTSCHLAND TEAM VIZE WELTMEISTER

TEXT UND FOTOS: ALBERT BUSEK

Nach den vielen großen Erfolgen der letzten Jahre glänzte die deutsche Junioren/Masters-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2009 in Polen sowohl mit herausragenden Einzelleistungen als auch mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung wie man sie lange nicht mehr erlebt hat. Bei all den Medaillen und guten Platzierungen war der Junioren-Gesamtsieg von Roman Fritz der krönende Höhepunkt. In diesem PICTORIAL werden die deutschen Athletinnen und Athleten exponiert herausgehoben. Sie haben es  verdient; denn bei einem so hohen Leistungsniveau insgesamt Vize-Weltmeister zu werden, ist die herausragende Leistung im Amateurbereich in der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts. 

Von dieser Stelle aus nochmals Gratulation an dieses hervorragende Team.

Selten hat ein Junior bei der Weltmeisterschaft so dominiert wie Roman Fritz 2009 in Polen. Äußerst bemerkenswert waren neben dem Wettkampfgewicht von über 100 kg vor allem Romans Symmetrie und die fließenden Muskellinien. Die Bildhauer der Antike und Renaissance hätten sich ihn zum Modell erkoren. Seine Gegner im Stechen um den Gesamtsieg waren zu bedauern. Dass sie die Vergleiche dennoch sportlich fair absolvierten, verdient Respekt. Für Roman war es der krönende Abschluss seiner ganz außergewöhnlichen Junioren-Karriere. Man darf schon jetzt auf seinen ersten Einsatz bei den Männern gespannt sein. 

Der in Deutschland lebende Ägypter Karim Ali offenbarte sich auf der Reise nach Polen als großer Roman Fritz Fan, obwohl ihm Roman schon einige Male einen Sieg vermasselte. „Das gewinnt der Roman“, meine Karim kurz und bündig zur bevorstehenden WM. Diese Meinung hatten wohl die meisten, vor allem im deutschen Team. Eine WM hat aber ihre eigenen Gesetze und Fehler werden meistens gnadenlos bestraft. Roman machte keine Fehler, war der absolut überragende Athlet. Während Mohamed Ahmed mächtige Muskeln bieten konnte, war ihm Szymon Lada aus Polen im Posing haushoch überlegen. Diesen Zweikampf um Silber entschied mit großem Glück schließlich der Ägypter für sich. Karim war der Pechvogel, der bei Punktgleichheit mit Platz 5 zufrieden sein musste. Viele hoffnungsvolle Talente waren zu sehen, doch die Zuschauer und Mitglieder aller Delegationen sprachen nur über einen Mann bzw. Junioren: Roman Fritz. 

JUNIOREN 2 

Ergebnisse

  1. Roman Fritz - Deutschland - 15
  2. Mohamed AhmedÄgypten - 47
  3. Szymon Lada - Polen - 48
  4. Martin Mamrilla - Slowakei - 57
  5. Karim Ali - Ägypten - 57
  6. Witold Pomecko - Polen - 90

17. Teilnehmer

Abdel El Sayed bestätigte einmal mehr das unerschöpfliche Potential Ägyptens. Im Finale kam ihm Laron Gibson aus Barbados doch ziemlich nahe und auch Tyren Fortuin aus Südafrika kämpfte absolut auf Augenhöhe. Diese Klasse war insgesamt bis zum 5. Platz sehr ausgewogen besetzt. Es kam auf die Nuancen und auf die persönliche Einschätzung der Kampfrichter(innen) an. Der Sieg des Ägypters war letztlich hoch verdient. 

JUNIOREN 1

Ergebnisse

  1. Abdel R. El Sayed - Ägypten - 23
  2. Laron Gibson - Barbados - 39
  3. Tyren Fortuin - Südafrika - 52
  4. Piotr Wojciukiewicz - Polen - 56
  5. Mariusz Kosior - Polen - 57
  6. Jozef Balabas - Slowakei - 82

11. Teilnehmer

Tereza Navraklova hat eine tschechische Mutter, einen deutschen Vater und geht in Stuttgart ins Gymnasium. Sie passte wunderbar in dieses großartige deutsche Team und gewann mit höchst professionellem Auftreten auf Anhieb die Bronzemedaille. Das ist umso bemerkenswerter, als diese Klasse seit Jahren von osteuropäischen Athletinnen dominiert wird. In diese Phalanx einzubrechen, gelingt nur selten. Tereza schaffte es ganz souverän. Elina Gook aus Russland lag in allen 
Bewertungsrunden eindeutig vorne und gewann mit deutlichem Vorsprung die Goldmedaille. 

JUNIORINNEN BODYFITNESS 163 CM

Ergebnisse

  1. Elina Gook - Russland - 19
  2. Jana Kolbaska - Slowakei - 32
  3. Tereza Navraklova - Deutschland - 48
  4. Iveta Munduchowa - Tschechien - 69
  5. Andrea Chorubczyk - Polen - 71
  6. Anna Zubrilina - Russland - 81

7. Teilnehmerinnen

Für die 70 kg Klasse etwa groß wirkt Roberto im Vergleich mit den Konkurrenten „schlank“. Mit seiner Definition und vor allem mit der sehr guten Symmetrie macht er viele Punkte und kann dadurch auch gegen sehr viel massivere Athleten gut bestehen. Dass Roberto das WM-Finale erreichte, kam fast dem Gewinn einer Medaille gleich. Die Freude war riesengroß und alle im Team freuten sich mit ihm. Der Spanier Lopez Blanco war der eindeutig massivste aller Leichtgewichtler und war im Finale der ganz eindeutig beste Athlet auf der Bühne mit gleichwertig mächtigem Oberkörper und sehr starken Beinen. Bei den weiteren Platzierungen war es nicht so eindeutig und es gab sehr spannende Kämpfe. Für Roberto zählte an diesem Tag jedoch nur die Tatsache, dass er das WM-Finale erreicht hatte.

MASTERS MÄNNER 70 KG 

Ergebnisse

  1. Miquel Lopez Blanco - Spanien - 18
  2. Carlo Cappuci - Italien - 48
  3. Henryk Hryszkiewicz - Polen - 51
  4. Tomasz Blaziak - Polen - 53
  5. Milfi Alghamdi - Saudi Arabien - 59
  6. Roberto Calleo - Deutschland - 73

13. Teilnehmer

JUNIORINNEN BODYFITNESS GESAMTSIEG

Die Siegerin der Klasse über 163cm (keine Deutsche am Start) kam mit Radmilla Alieva ebenfalls aus Russland. Dass die deutlich kleinere Elina Gook hier einstimmig zur Gesamtsiegerin erklärt wurde, hat so manchen Insider überrascht. Umso wertvoller wird dadurch der 3. Platz von Tereza Navraklova. 

MASTERS MÄNNER 80 KG 

Ergebnisse

  1. Leonardo M. Carballo - Spanien - 22
  2. Jasin Ibrahim El Tokhy - Ägypten - 41
  3. Valerii Koptenko - Ukraine - 43
  4. Jörg Hischer - Deutschland - 56
  5. Mohamed KhalifaÄgypten - 66
  6. Mohamed Farag - Ägypten - 87

15. Teilnehmer

Gleich drei Ägypter schafften hier das Finale, doch ein weiterer Spanier konnte sich dank seiner extremen Definition, vor allem im Finale, überraschend klar durchsetzen. Der Spanier wirkte insgesamt etwas unbeholfen und eine Sieger-Ausstrahlung war ebenfalls nicht festzustellen. Leonardo überzeugte das Kampfgericht ganz offensichtlich mit seiner Ultrahärte. Jasin El Tokhy hatte alles, bis auf die Härte. Sehr definiert war auch Jörg Hischer aus dem deutschen Team. Und im Vergleich mit den Top 2 sah Jörg viel besser aus als es sein 4. Platz ausweist. Schade, dass ihm nach dieser großen Leistung eine Medaille versagt geblieben ist, aber sein 4. Platz ist ein großer Erfolg und fürs Team sammelte Jörg damit wichtige Punkte. 

Was für ein Paukenschlag bei der Siegerehrung. Christos bleibt bis zum Schluss stehen und wird schließlich als Sieger ausgerufen – Masters Weltmeister bis 90 kg! Unglaublich, vor allem auch deshalb, weil man nach seinen großen Erfolgen eher Ernst Zimmermann den WM-Titel zugetraut und von Herzen auch gegönnt hätte. Trotz einer Superleistung im Posing und Posedown musste Ernst mit der Bronzemedaille zufrieden sein. Bei der Siegerehrung hatte Ernst seine Bestform erreicht – ein sehr unglückliches Timing. Nicht gerade der Massivste, „lebt“ Ernst vor allem von seiner Definition und Symmetrie. Ist die Definition nur geringfügig schwächer, verliert er sofort gegen massivere Konkurrenten an Boden. In den Vergleichsposen war dies teilweise der Fall. Christos hatte an diesem Tag wirklich das Glück des Tüchtigen und machte letztlich alles richtig, auch wenn es ganz zum Schluss für ihn nochmals eng wurde. Bei Christos lief es genau umgekehrt wie bei Ernst. Christos war gleich zu Beginn bärenstark, doch die Form ließ im Finale und mehr und mehr zum Schluss hin etwas nach. In Runde 3 lag er dann auch nur noch auf Platz vier, doch mit nur ganz geringem Rückstand. Der Vorsprung aus den voran gegangenen Runden genügte Christos, um die Sensation perfekt zu machen und nach einem sehr harten Kampf tatsächlich die Goldmedaille zu gewinnen. Die deutsche Nationalhymne für den Baden-Württemberger mit griechischen Wurzeln. Große Momente für einen der erfolgreichsten deutschen Athleten der letzten zehn Jahre und der Höhepunkt seiner Karriere. Alle in der deutschen Delegation waren von diesem innerdeutschen Duell so gebannt, dass die Leistungen der anderen 
Teilnehmer dagegen etwas verblassten. Herauszuheben ist auf jeden Fall der Silbermedaillengewinner Adel El Bassiouny, der es Christos und Ernst wahrlich schwer machte. Auch Dennis Giusto ist trotz struktureller Defizite ein schwerer Brocken. Fast noch mehr gilt das für den Spanier Pedro Villa Giminez, der für mich der große Pechvogel in dieser Klasse war.

MASTERS MÄNNER 90 KG 

Ergebnisse

  1. Christos Taranatzis - Deutschland - 42
  2. Adel El Bassiouny - Ägypten - 47
  3. Ernst Zimmermann - Deutschland - 50
  4. Dennis Giusto - Italien - 53
  5. Pedro Villa Giminez - Spanien - 56
  6. Jose Carlos Rebolo - Portugal - 72

18. Teilnehmer

Wolfgang Klotz, der Masters Europa- und Weltmeister von 2005, konnte an dieses Superjahr nie mehr so richtig anschließen. Zum einen liegt es an der sehr starken Konkurrenz, zum anderen aber auch an Wolfgang selbst, vor allem an seinem Timing. Die Symmetrie ist da wie immer, aber die heute auch im Schwergewicht geforderte Härte fehlte zumindest in der Qualität, die heute zum Sieg unabdingbar ist. So musste sich Wolfgang erneut unter Wert geschlagen geben. So hart es für ihn persönlich vielleicht klingen mag, aber in diesem Superfeld war sein 5. Platz dennoch ein Erfolg. Und auch er sammelte damit wichtige Punkte fürs Team. Um einen Mehrfach-Weltmeister wie Hamouda in Topform zu schlagen, bedarf es schon einer außergewöhnlichen Leistung. Der Ukrainer Vadym Mytryushyn brachte dieses Kunststück in Polen fertig und bezwang den Ägypter im Finale in jeder Bewertungsrunde, im Vergleichsposing sogar eindeutig. Ex-Weltmeister Anatoliy Kudlay gehört auch zu diesen nur schwer zu bezwingenden Athleten, doch diesmal blieb ihm „nur“ Bronze. Großen Eindruck hinterließ bei mir der Russe Andrey Pugachev, der Wolfgang in allen Runden bezwingen konnte. 

MASTERS MÄNNER ÜBER 90 KG 

Ergebnisse

  1. Vadym Mytryushyn - Ukraine - 26
  2. Ahmed Hamouda - Ägypten - 44
  3. Anatoliy Kudlay - Ukraine - 48
  4. Andrey Pugachev - Russland - 52
  5. Wolfgang Klotz - Deutschland - 69
  6. Alex Georgiev - Großbritannien - 76

15. Teilnehmer

In Bialystok gelang Karl Heinz Tiegel eine Glanzleistung. Mit einer nicht für möglich gehaltenen Bravour und Souveränität bestritt Karl Heinz den Wettkampf seines Lebens. Nicht gerade ein Bewegungs- und Posingtalent machte Karl Heinz in Polen seinen ganz persönlichen Quantensprung. Grundstellung, Vergleichsposing und sogar das Posing selbst – wir sahen den maximalen Karl Heinz Tiegel und ein rühmliches Beispiel dafür, was man sich alles erarbeiten und aneignen kann. Ich ziehe meinen Hut, Karl Heinz. Dass er dann auch noch das spannende Duell um Bronze mit dem starken Japaner Nambe für sich entschied, war der verdiente Lohn für eine Gesamtleistung, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Für Karl Heinz ging damit ein Traum in Erfüllung und für Deutschland bedeutete diese Bronzemedaille weitere wichtige Punkte. Ganz vorne agierte ein völlig untypischer Amerikaner wie ein Relikt aus einer Zeit, als die USA den Amateursport noch dominierte. 

Dave Allan Goodin zeigte ästhetisches Bodybuilding nahe der Perfektion. Ein würdiger, ein großer Sieger und Weltmeister. Hoffentlich trägt dieser Erfolg dazu bei, dass wir künftig wieder mehr Top-Amerikaner bei Amateurmeisterschaften sehen. An dem erfahrenen Italiener Minetto war Karl Heinz schon dran, aber noch reichte es nicht ganz. Noch nicht. In sensationeller Form stellte sich der Japaner Namba in Polen vor. Auch er hätte eine Medaille verdient gehabt, aber da war Karl Heinz vor ihm. 

MASTERS MÄNNER ÜBER 50 JAHRE BIS 80 KG 

Ergebnisse

  1. Dave Allan Goodin - USA - 17
  2. Walter Minetto - Italien - 40
  3. Karl Heinz Tiegel - Deutschland - 44
  4. Fumiyoshi Namba - Japan - 46
  5. Marcello Bertini - Italien - 77
  6. Toshio Konuma - Japan - 87

15. Teilnehmer

Wolfgang Schober ist seit Jahren international sehr erfolgreich für Österreich. Im vergangenen Jahr 50 Jahre alt geworden, startete der Wiener erstmals in dieser Klasse und kämpfte, wie bei fast allen seinen Wettkämpfen, sofort vorne mit. Lokalmatador Wieslaw Kruk war wohl nicht zu schlagen, aber Silber war für Wolfgang auf jeden Fall möglich. Es entbrannte darum ein spannender Zweikampf 
mit dem Italiener Antonio Vergiani, der auch schon viele Jahre dabei ist. Wolfgang ist eindeutig der massivere und auch besser proportionierte Athlet und Vergiani der definiertere. Wolfgang fehlte nur ein Hauch mehr Definition und die Silbermedaille hätte sicher ihm gehört. So konnte sich das Kampfgericht nicht einigen und mit nur 3 Punkten Rückstand wurde es für Wolfgang Bronze. Sportlich fair nahm es Wolfgang mit einem Lächeln und freute sich über eine weitere Medaille in seiner großen Sammlung. Dari Sosa, 55 Jahre alt, war aus Argentinien angereist und beeindruckte alle mit seinem „Reeves-Posing“. 

MASTERS MÄNNER ÜBER 50 JAHRE ÜBER 80 KG 

Ergebnisse

  1. Wieslaw Kruk - Polen - 29
  2. Antonio Vergiani - Italien - 36
  3. Wolfgang Schober - Österreich - 39
  4. Waldemar Nol - Polen - 67
  5. Jari Salmenaho - Finnland - 72
  6. Dario Sosa - Argentinien - 73

12. Teilnehmer

Was diese über 60-jährigen Athleten leisten, war vor einigen Jahre kaum vorstellbar.

Im Kampf um Gold standen mit dem Poslen Wieslaw Czerski und dem Tschechen Ivan Horacek sich zwei höchst unterschiedliche Athleten gegenüber, die aber eines gemeinsam hatten: Sie ließen zwei Ex-Weltmeister in diesem Feld bereits hinter sich, nämlich Rafael Diaz und Bernard Cooper. Wieslaw Czerski nutzte die Gunst der Stunde und gewann mit dem knappsten Vorsprung von 1 Punkt. Das Kampfgericht entschied sich letztlich für die größere Masse des Polen. Manuel Valbunea war mit 66 Jahren der älteste Teilnehmer und hatte mit Platz vier gleich zweimal Grund zur Freude. Er schlug seinen Team-Kollegen und Ex-Weltmeister Diaz erstmals und erhielt als Ältester den Sonderpreis der Jury. 

MASTERS MÄNNER ÜBER 60 JAHRE 

Ergebnisse

  1. Wieslaw Czerski - Polen - 36
  2. Ivan Horacek - Tschechien - 37
  3. Bernard Cooper - Großbritannien - 43
  4. Manuel Valbuena - Spanien - 55
  5. Rafael Vera Diaz - Spanien - 62
  6. Esmat Sadek - Ägypten - 84

11. Teilnehmer

Von Anfang an hatte diese Klasse einen Raketenstart. Bei der WM in Polen hatte man eine osteuropäische Übermacht erwartet, aber es kam anders. Ein Norweger bestimmte von Anfang das Geschehen und mit Roman Senti konnte sich ein Schweizer ebenso sicher gleich in der Spitze festsetzen. Frank und Roman haben das Glück, dass diese Klasse für sie wie geschaffen ist. Roman versteht es bestens, das Publikum für sich einzunehmen und nutzt dabei den Effekt, dass beim Wechsel von Entspannung zur Kontraktion sein Muskelrelief bis in die kleinsten Fasern sichtbar wird. Der Schweizer „spielte“ mit diesem Effekt sehr wirkungsvoll, was auch im Kampfgericht Eindruck hinterließ. Die Silbermedaille war trotz des starken Aufgebotes in dieser Klasse nie in Gefahr. Ein Riesenerfolg für Roman und für die Schweiz. Im Kampf um Bronze konnte sich der Türke Sedat Bekdemir knapp vor Arkadiusz Kowalik durchsetzen, wobei er die nötigen Punkte im Vergleichsposing sammelte. 

In dieser Klasse werden wir zukünftig noch viele großartige Leistungen sehen. 

MASTERS MÄNNER CLASSIC BODYBUILDING 

Ergebnisse

  1. Frank Vallee - Norwegen - 17
  2. Roman Senti - Schweiz - 37
  3. Sedat Bekdemir - Türkei - 50
  4. Arkadiusz Kowalik - Polen - 56
  5. Rolandas Remeikis - Litauen - 65
  6. Sergii Shabelniy - Ukraine - 89
  7. Andreas Etlinger - Österreich - 47*

19. Teilnehmer, * = ohne Final-Platzziffer

MASTERS MÄNNER GESAMTSIEGER

Beim Stechcn und im Posedown um den Gesamtsieg war mit Christos 
Taranatzis auch ein Deutscher dabei. Das Bild war eindrucksvoll, als alle Masters-Klassensieger nebeneinander Aufstellung zum Vergleichsposing nahmen. Erwartungsgemäß sicherte sich Vadym Mytryushyn den Gesamtsieg. Einer der aktivsten im Posedown war jedoch Christos, der in diesen Minuten völlig befreit von jeglicher Anspannung immer wieder seine besten Posen präsentierte und dabei von Sekunde zu Sekunde besser wurde. Gratulation in die Ukraine. 

Was für ein Aufgebot an Spitzenklasse, was für eine deutsche Beteiligung mit den Weltmeisterinnen Violet Schwarz und Simone Linay, was für ein unglaubliches innerdeutsches Duell um den WM-Titel bei den Master-Frauen im Bodybuilding. Alle anderen Teilnehmerinnen hatten keine Chance, hier in den Titelkampf eingreifen zu können.

Violet und Simone. Von Anfang an stand damit fest, dass eine Deutsche Weltmeisterin werden wird, nur war nicht auf Anhieb zu erkennen, wer es schließlich sein wird. Schließlich standen sich mit Simone hier die amtierende Frauen-Weltmeisterin (2009 in Como) und mit Violet die amtierende Masters-Weltmeisterin (2008 in Pilsen) gegenüber. Violet wollte unbedingt ihren Titel erfolgreich verteidigen und Simone wollte neben dem Frauen-WM-Titel auch den Masters-WM-Titel gewinnen. Einen solch hochkarätigen Zweikampf hat es im Frauen-BB nocht nicht gegeben. Zwei Deutsche schrieben in Bialystok BB-Geschichte. Rein sportlich betrachtet wird dieser Zweikampf in die Annalen des DBFVe.V. eingehen. Das herausragende Ereignis daran ist jedoch, dass sich beide diesem Wettkampf überhaupt stellten; denn beide waren sich ganz klar bewusst, was sie hier aufs Spiel setzen. Für beide zählte jedoch nur der Sport und die Einstellung: Die Bessere möge gewinnen! Dafür hätten beide eine Extra-Goldmedaille der sportlichen Fairness verdient gehabt. Simone wirkte während des gesamten Wettkampfes sehr gelöst und absolut souverän. Nie vorher hat sie sich so ausdrucksstark präsentiert wie hier in Polen. Auch Violet war nichts an Nervosität oder gar Unsicherheit anzumerken. Beiden zeigten ganz großen Sport. Im Vergleich ging es letztlich wieder um die Frage wie man die kleinen Schwächen jeweils gegeneinander aufwiegen kann.

Fürs Kampfgericht waren die Dinge bereits nach den ersten Vergleichen relativ klar. Die gleichmäßige Muskelqualität und Definition bis in die kleinsten Muskelpartien brachten Violet offensichtlich den entscheidenden Vorteil. Im Bauch-Beine-Vergleich war es am deutlichsten zu erkennen. Dennoch war ich von der Gesamtleistung Simones so beeindruckt, dass mir im Endergebnis der Abstand von 19 Punkten zu groß war. Sei’s drum, Violet und Simone haben die Zuschauer von den Sitzen gerissen und der gesamten deutschen Delegation eine Freude gemacht, die sie wohl nie vergessen werden. Von den Finalistinnen möchte ich noch die Ukrainerin Tetiana Skurenok erwähnen, die als deutlich Leichteste mit ihrer athletischen Ästhetik bei allen einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Andrea Paasche trat in sehr guter Form an und kam auf Platz 14. 

MASTERS FRAUEN BODYBUILDING 

Ergebnisse

  1. Violet Schwarz - Deutschland - 19
  2. Simone Linay - Deutschland - 38
  3. Marina Nikotina - Russland - 50
  4. Elena Stasiukyiene - Litauen - 51
  5. Tetiana Skurenok - Ukraine - 73
  6. Anne-Grethe Andersen - Norwegen - 81
  7. Andrea Paasche - Deutschland - 67*

18. Teilnehmerinnen, * = ohne Final-Platzziffer

Dagmar Simmen hatte bei der Masters-WM 2008 in Pilsen ihr Schlüsselerlebnis, als sie vom Gewinn der Bronzemedaille „völlig überrascht“ wurde, wie sie selbst diesen Moment geschildert hat. Nach Bialystok kam sie 2009 mit dem Ziel, diese Bronzemedaille mindestens zu verteidigen. Dass es ihr gegen sehr starke Konkurrenz gelang, ist ein großer Erfolg, auch für ihren Gatten Reto Fankhauser, dem Schweizer National-Coach und natürlich für die Schweiz. Die beiden vor ihr liegenden Athletinnen waren zwar deutlich muskulöser und definierter, aber in dieser Klasse wird auch die Gesamterscheinung ganz wesentlich in die Bewertung mit einbezogen. Und hier glänzte Dagmar in besonderer Weise. Mit etwas Glück hätte es für Dagmar auch Silber werden können. In jedem Fall war die Schweizerin bei der Siegerehrung überglücklich über ihre 2. WM-Medaille. Uta Köhler-Spitzbart zeigte ebenfalls eine sehr große Ausstrahlung, blieb aber rein sportlich etwas unter ihren Möglichkeiten. Zweifellos hat sie das Zeug, um das WM-Finale zu erreichen oder gar eine Medaille. 

MASTERS FRAUEN BODYFITNESS 

Ergebnisse

  1. Paloma Parras - Spanien - 26
  2. Renata Jablonska - Polen - 54
  3. Dagmar Simmen - Schweiz - 60
  4. Jorun Steine - Norwegen - 80
  5. Shalmieno Paper - Großbritannien - 82
  6. Tetiana Mikheychyk - Ukraine - 83
  7. Uta Köhler-Spitzbart - Deutschland - 48*

19. Teilnehmerinnen, * = ohne Final-Platzziffer

DIE BESTEN NATIONALMANNSCHAFTEN DER WELT

Polen nutzte den Heimvorteil mit zwei kompletten A- und B-Teams voll aus und gewann überlegen die Mannschaftswertung. Seit Jahren wieder einmal ganz vorne dabei war die deutsche Nationalmannschaft, die sich den 2. Platz erkämpfte. DBFVe.V. Generalsekretär Erich Janner nahm dafür die silberne Nachbildung der Statue von Louis Cyr entgegen. Gratulation an diese großartige Nationalmannschaft. Der 3. Platz ging mit 8 Punkten Rückstand an die Ukraine. Auf den Plätzen 4-10 folgten Tschechien, Ägypten, Spanien, Russland, Italien, Litauen und Norwegen. FLEX

Zusätzliche Bilder

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